F.M. Alexander-Technik – Stimmen der SchülerInnen und ProbandInnen

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In den Jahren 2011/2012 habe ich eine Studie zur Wirkunsgweise der Alexander-Technik durchgeführt.  Wenn Sie die Alexander-Technik nicht kennen, so hören sie die Stimmen meiner SchülerInnen oder ProbandInnen nach 10 oder 20 Lektionen.

  1. Nach ca. 20 Einheiten ist die Alexander-Technik im Ansatz anwendbar. Erste Beschwerden können gelindert werden, der Organismus ist in der Lage, sich so zu koordinieren und zu bewegen, dass neuen Beschwerden vorgebeugt werden kann.
  2. Bei den meisten Probanden lässt sich bereits nach ca. 10 Einheiten eine positive entlastende Wirkung auf die Psyche feststellen. Auch hier variiert die Art der Wirkung je nachindividuellem Hintergrund, dem Grad der An­spannung und den Möglichkeiten, Spannungen loszulassen, die Aufrichtungsreflexe arbeiten zu lassen mehr Erdung und eine tiefere Atmung zuzulassen.

„Wenn ich einen Arm anfasse, fasse ich den ganzen Menschen an.“

Alexander-Technik ist für mich nicht in erster Linie Körperarbeit. Die Methode setzt am Körper, am Körper­gefühl, am Körperbe­wusst­­­sein an und bezieht sich immer auf den gesamten Organismus, auf die Bewe­gung, das Fühlen und das Denken.

Alexander-Technik setzt am Ursprung, am Kör­pergefühl an, das noch intakt ist und sich ausbildet, wenn wir auf die Welt kommen. Einige Probanden, die parallel Yoga, Pilates, Tai Chi usw. machten, gaben zu den eigenen Ver­än­­­­derungen an, dass sie nicht wüssten, ob diese nur bzw. direkt mit der Alexander-Technik zu tun hätten. Es gibt sicher eine Wechselwirkung zwi­schen der Anwendung der Alexander-Technik und anderen Disziplinen der Körperarbeit, sodass sie sich gegenseitig befruchten können.

Alle Probanden hatten in den folgenden Körperzonen Beschwerden oder Schmerzen: Hals/Nacken, Kiefer, Schultern, Lendenwirbelsäule (unterer Rücken) bzw. wurden im Laufe der Studie zunehmend darauf aufmerksam. 50% der Probanden gaben an, in diesen Bereichen Schmerzen zu haben 50 % der Probanden gaben an, Belastungen in diesen Bereichen zu spüren. Alle Probanden bemerken spätestens zum 2. MZ eine bessere Aufrichtung und Haltung. 80% der Probanden wurden bis zum 2. MZ darauf aufmerksam, dass sie ihren Kiefer dauerhaft stark anspannten, die Zähne aufeinander pressten und den Kiefer bei Tätigkeiten wie Tragen, Laufen, Hinsetzen usw. benutzten.

Alle Probanden wurden bis zur 20. Lektion darauf aufmerksam, dass sie ihre Füße nicht ganz wahr­nehmen und haben ihre Erdung, den Kontakt der Füße zum Boden, verbessert: Die Füße waren nicht ganz am Boden, es gab keine oder wenig Wahrnehmung für die Zehen, die Ballen oder davon, ob die ganze Fußsohle den Boden berührt, Zusammenkrallen der Zehen wird bemerkt…

80 % der Probanden bemerkten zwischen der 10. und 20. Lektion, dass sie eine flache Atmung haben. Dies bezieht sich auf die Bauchatmung und den ungehin­derten Fluss der At­mung, das Festhalten des Brustkorbs, des Bauches, usw. 100% der Probanden bemerkten spätestens bis zum 2. MZ die Anspannung in den Schultern, auch wenn sie vorher noch keine Schmerzen im Schulter- oder Nackenbereich hatten. Schultern sind hochgezogen, angespannt nach vorn zusammengezogen nach hinten gezogen, Arme bewegen sich nicht frei in den Schultergelenken…

Tendenzielle Veränderungen nach 10 Lektionen

Die Aufmerksamkeit für den eigenen Körper für ungünstige Bewegungen und Haltungen erhöht sich. Eine bessere Aufrichtung wird wahrgenommen, die mit Wohlbefinden verbunden ist. Die Aufmerksamkeit für den Zusammenhang von muskulärer Spannung, Fühlen und Denken entwickelt sich. Ein Zugewinn an Erdung führt auf der psychischen Ebene zu mehr Zuversicht und ein Gefühl der Stärke. Das Gefühl für den unteren Rücken, das dauerhafte Spüren des Rückens (im Alltag) ist bei den meisten Probanden nach ca. 15 Einheiten entwickelt.

Es entwickelt sich ein Verständnis dafür, inwiefern eine bessere Aufrichtung mehr Wohl­befinden und langfristig mehr Lebensqualität bedeuten kann – obwohl sich zunächst die Lebensumstände nicht ändern.

Tendenzielle Veränderungen nach 20 Lektionen

Spannungen werden eher bemerkt, Spannungen können (z. T. auch außerhalb des Unterrichts) losgelassen werden. Entspannung und ein Gefühl der Leichtigkeit hält nach dem Unterricht länger an. Das Bewusstsein für flache Atmung und für ihre Ursachen vertieft sich sowie die Atmung selbst. Das Fühlen wird Intensiver, differenzierter und bewusster. Die Anwendung der AT hat stimmungsaufhellende Wirkung, macht gelöster, obwohl Probleme eingetreten sind oder es Probleme gibt.

Es entsteht ein Gefühl von Entlastung, es wird mehr Energie gespürt.
Es entwickelt sich eine sanftere akzeptierende Haltung sich selbst gegenüber.
Herausforderungen im Alltag/Beruf wird z.T. anders begegnet.
Die eigene Person, Wünsche, Bedürfnisse werden wichtig(er) genommen.

Stimmen der SchülerInnen und ProbandInnen

nach ca. 10 Lektionen

  • Ich habe eine bessere Haltung. Ich habe weniger Beschwerden im Rücken
  • Die Anwendung der Prinzipien der AT fließt beim Musizieren ein, ein Gefühl für die Grundstatik hat sich entwickelt
  • Be­wuss­tere Wahrnehmung (körperlich/energetisch), ich bin sehr harmoniebedürftig, be­wussteres und aufrechteres Laufen, ich bin stolz darauf
  • Richte mich bewusster auf, spüre Fehlhaltung schneller; ich achte darauf wie ich mich bewege, reflektiere mich bei Hausarbeit, im Beruf: achte auf Sitzposition; habe das Gefühl mehr Kraft zu haben, weil ich meinen Körper effektiver einsetze
  • Ängste kann ich besser abbauen; mir ist bewusst gemacht worden, wie angespannt ich bin, ich achte auf Haltung und Bewegung
  • Ich nehme Spannung in bestimmten Körperteilen wahr, auch Gefühle wie Angst deutlicher
  • Ich bin zunächst schneller irritierbar, habe Angstzustände, kann dann mit diesen Irri­ta­tionen/auftauchenden Ängsten durch Anwendung der AT besser umgehen
  • Ich achte auf meinen Kiefer, presse die Zähne weniger aufeinander, achte auf Bewe­gungs­­ver­hal­ten/Haltung; Wende AT nicht an, ich habe anderes im Kopf; die Methode hat sich im Kopf noch nicht gefestigt
  • Stärkung des Körperbewusstseins, Korrektur der Körperhaltung, Innehalten/Atmen
  • ruhiger, bewusster, aufmerksamer fürs Stehen, Sitzen, Liegen
  • Einige Verspannungen wurden teilweise gelöst, ich wende die AT im Alltag in Ansät­zen an (z.B. beim Aufstehen, Füße auf den Boden) , im Beruf noch nicht, zu viele Au­ßen­reize, die anderen sind noch wichtiger als ich!!
  • Sehr positive Einstellung zur Methode und hohe Erwartungshaltung, dass ohne „kün­st­­l­­­iche Zusatzstoffe“ Entspannungsgefühle eintreten können
  • Weniger Nackenschmerzen, bessere Haltung, Anwendung im Alltag: Beachten der Kör­perhaltung z.B. Fahrradfahren, im Beruf nicht, da zu angestrengt
  • Schulter-Nackenregion ist beweglicher geworden, Kopf lässt sich leichter bewegen, Wir­belsäulen-Probleme gelindert
  • Ich bin optimistischer geworden, dass eingefahrene Bewegungsmuster sich doch län­gerfristig ändern lassen, optimistischer, dass meine Beschwerden sich bessern werden und eine schmerzfreie Haltung möglich ist. Ich hoffe, dass ich mir mit AT Mög­lichkeiten aneignen kann, mit denen sich Schmerzen u. Verspannungen auflösen las­sen
  • Bewusstmachen von Bewegungen, mir achtsamer Bewegungen wieder aneignen, be­wus­stes Entspannen bestimmter Muskeln
  • Beschwerden haben sich nicht verbessert, aber Bewusstsein dafür geschärft
  • Ich wende die AT an in Alltag und Beruf durch Bewusstheit für Verspannungen
  • Ich fühle mich angeregt für Selbstbeobachtung, Füße fühlen und ausdehnen, an Hals denken, an den Kopf als Verlängerung der Wirbelsäule, am Schreibtisch stehend gutes Übungsfeld, um die Methode anzuwenden
  • Ab der 7. Lektion habe ich zum ersten Mal meine Halswirbelsäule gespürt
  •  Genieße das Loslassen in den Unterrichtsstunden und danach
  • Körperliche Beschwerden haben sich gebessert, Bessere Stimmung, Aktivitätsstei­gerung, manche Bewegungen gehen besser
  • Ich mache öfter innerlich Pausen und „sehe“ Verspannungen. Im Dienst fällt mir auf, dass ich öfter gesagt habe, was mir missfällt oder was ich auch gut finde; das habe ich früher nie gesagt.
  • Ich habe das Gefühl, ich fange gerade an zu spüren, zu arbeiten und Veränderungen zu bewirken oder zu bemerken.

nach 20 Lektionen:

  • Ich wende AT an in Alltag und Beruf, Rücken weit halten, mehr im Rücken sein
  • Das Zeitgefühl ist verlangsamt, entspannter, entspanntere Grundstellung
  • Ich wende AT im Alltag an: Stoppen und Rich­tungen, Schultern Raum geben; im Beruf zuviel Stress;
  • Beschwerden sind nach Unterricht verschwunden; bei Stress wieder aufgetaucht bzw. sie haben sich verlagert
  • Bessere Körperwahrnehmungen, Zusammenhang Psyche – Körperreaktion, ich spüre ganz genau, was ich nicht mehr will, was nicht gut tut!
  • Beschwerden haben sich gebessert, ich weiß, was ich dagegen tun kann. Ich bin z.Z. auch bei Heilpraktikerin in Behandlung, daher kann sie nicht sagen, ob Veränderun­gen in meinem Leben an AT liegen
  • Ich möchte in der Realität mit beiden Füßen entspannt, jedoch mit sicheren und reaktions­bereitem Halt auf dem Boden stehen
  • Ich habe in den letzten Stunden bemerkt, wie AT dazu beigetragen hat, etwas zu verän­dern; man muss nicht aushalten, sondern kann was verändern: getragen sein, Ver­trauen zur Erde, zum Leben, man kann/darf Loslassen (auch bezogen auf Aufga­ben/­Umstände, die man nicht mehr will, man darf/kann sich spüren, alte Mus­ter und Struk­turen können/dürfen verändert werden
  • Ich atme bewusst in den Bauch, achte auf gehen, stehen, Beruf: Ich achte auf meine Sitzhaltung, korrigiere sie
  • Ich bin entspannter, kann ohne Anstrengung aufrecht gehen, habe weniger Kopf- und Rücken­schmerzen, fühle mich selbstbewusster, nehme Spannungen früher war und kann sie loslassen, habe das Gefühl, dass ich mich besser abgrenzen kann, habe verstanden, warum mein Körper in bestimmten Situationen „wie“ reagiert hat und reagiert
  • noch mal bessere Selbst-Körperwahrnehmung, bessere Abgrenzung und ich bin stabiler dadurch, dass ich begreife, was mit meinem Körper geschieht
  • Ich habe ein Bewusstsein darüber gewonnen, dass meine Muskeln verspannt sind, Beschwerden nicht gelindert. Kann die AT weder im Alltag, noch im Beruf anwenden; Beruf: Ich habe noch nicht gelernt, wie ich am PC sitzen „muss“.
  • Muskelverspannungen sind bewusster geworden; Sitzungen sind sehr entspannend, vor allem die Tischarbeit, das Gefühl entspannt zu sein, dauert an
  • Veränderung: Ich habe ein Bewusstsein dafür, wie verspannt ich bin.
  • Beschwerden haben sich etwas gebessert, ich halte inne (Alltag und Beruf) atme, beobachte meine Körperhaltung, korrigiere sie, führe Bewegungen bewusst aus
  • Ich achte mehr auf meine Körperhaltung, versuche alltägliche Bewegungen anders zu machen (gehen, stehen, hinsetzen, aufstehen usw.) versuche, mich mehr zu entspannen
  • Beschwerden haben sich gebessert, ich wende AT in Alltag und Beruf an/ es ist schwer beim Aufstehen/Losgehen
  • mehr körperliche Präsenz, Stimme/Atem haben mehr Raum, Köperhaltung ist klarer und definierter geworden
  • Bewusste Vorbereitung auf Meditation im Liegen, Sitzhaltung und insbes. die Füße auf dem Boden
  • Körper/Geist/Seele sind mehr im Gleichgewicht und im Einklang
  • Habe gelernt, dass ich mich durch bestimmte Vorstellungen entspannen/loslassen kann
  • Ich habe im Liegen weniger Hohlkreuz; insgesamt fühle ich mich lebendiger, habe z.T. mehr gewagt, mehr mit Leuten unternommen
  • Es waren schöne Stunden (Studie); habe erlebt, wie sich Selbstwahrnehmung ver­ändert und z.T. auch die Weltwahrnehmung, wenn ich meine Haltung verändert. Gleichzeitig war ich durch die Veränderungen auch manchmal irritiert, da dann Feh­lermeldungen kamen oder ich war verunsichert, weil gewohnte Haltungen fehlten und durch andere ersetzt wurden
  • Deutliche Stimmungssteigerung, Entlastung
  • Ich achte auf die Körpersprache und die Aufrichtung
  • lebe bewusster, es gab dramatische Erkrankung im Freundeskreis, daher hatte ich eine depressive Verstimmung als Reaktion auf die Ereignisse, auch durch extre­men Vitamin D-Mangel nach Hautkrebs-OP, dank AT aber wieder gelöster
  • Nackenprobleme haben sich verbessert, im Alltag achte ich auf meine Haltung, im Beruf weniger, da zu hohe Konzentration/Anspannung
  • Ich achte bewusster auf meine Körperhaltung, beim Laufen und Fahrradfahren, auch bei täglichem Meditieren. Das Stottern ist weg, dabei ist nicht klar, ob das unmittelbar Folge der AT ist
  • keine Schmerzen, Verspannungen mehr, Bewegungsabläufe fallen leichter; Bei PC-Arbeit oder langem Stehen habe ich keine Verspannungen mehr; ich fühle mich leichter, beweglicher, dadurch habe ich auch mehr Motivation für sportliche Aktivitäten
  • Meine Schultern sind viel gelöster, Kiefer und Gesicht viel gelöster, Kontakt der Füße zum Boden hat sich sehr gebessert und viel bessere Aufrichtung
  • Instrument spielen fällt leichter, das Stehen beim Musizieren, am Computer und das Laufen
  • Ich konzentriere mich auf Muskelspannung, habe den Eindruck, dass meine Rückenmuskeln gestärkt wurden
  • Ich habe ein Gefühl für meinen unteren Rücken, drücke die Knie nicht mehr durch, merke wenn Kiefer anspannt, wende AT bei Stehen, Sitzen, Aufstehen an, Achtsamkeit, was die Körperhaltung angeht
  • Ich habe eine wesentlich bessere Körper- und Selbstwahrnehmung
  • Insgesamt kann ich mich besser abgrenzen
  • Ich bemerke, wann mein Kiefergelenk anspannt, angespannt ist, kann es lösen
  • Weniger Nacken- u. Schulterbeschwerden durch „Hals frei denken“, bewusster im Körper

Informaionen über weitere Ergebnisse meiner Studien erhalten Sie bei mir:

Angelika Wichert

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